Dimensionierung und Speicherstrategie

Aus den Zielstellungen resultieren Fragen der technischen Auslegung sowie Steuerungsaufgaben, die das System erfüllen muss. Dabei treten Aspekte auf, die sich in Teilen gegenseitig widersprechen. Am auffälligsten und wichtigsten ist dies bei der Dimensionierung des Speichers und darauf aufbauend der Steuerung des Speicher-Füllstandes. Die Strategie „Reserve“ erfordert stets einen möglichst hohen Speicherstand, die Strategie „Netzdienlichkeit“ in gewisser Weise einen möglichst niedrigen, damit der gesamte überschüssige Solarertrag im Speicher aufgenommen werden kann, mindestens während der Tageszeiten mit zu niedrigen Börsenstrompreisen (=Überangebot Strom im Netz).

Bei beliebig großer Speicherkapazität könnten tatsächlich beide Strategien jederzeit parallel verfolgt werden, effizient wäre dieser Ansatz jedoch nicht, da ein noch größerer Speicher erforderlich wäre. Stattdessen ist eine Abwägung zwischen „Reserve“ (Planung auf den maximal erwartbaren Verbrauch während 24h) und „Netzdienlichkeit“ (Planung auf den maximal erwartbaren Ertrag während 24h) zu treffen. Sinnigerweise ist hier der größere der beiden Werte für die technische Auslegung des Speichers anzusetzen. In meinem Fall beträgt der maximale Bedarf im Winter etwa 120kWh pro Tag und der maximale solare Ertrag im Sommer etwa 160kWh, wobei hiervon etwa 15kWh für den direkten Verbrauch während der Zeit der Sonneneinstrahlung abziehbar sind. Darauf ist die Speichergröße dimensioniert. Da ein Teil der solaren Tagesproduktion sich zeitlich mit morgendlichen und abendlichen Einspeisezeiträumen überschneidet, beträgt der faktische Speicherbedarf 125kWh und ist damit etwa so groß wie der Wert im Winter. Diese Größe wird auch nur an wenigen Tagen ausgereizt, meistenteils bewegt sich der Füllstand zwischen 15% und 90%.

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