Stromerzeugung und Börsenstrompreis – am Tag

Meine eigene private Solarstrom-Anlage (PV-Anlage) würde sich – wie die meisten Anlagen auf Hausdächern und anderswo – ohne geeignete Steuerung maximal schädlich (im Sinne von überhaupt nicht netzdienlich) für das öffentliche Stromnetz verhalten. Das Grundproblem ist vor allem im Sommer die extrem vom Tagesgang abhängige Einspeisung, weil der Strombedarf im Netz nicht synchron zum Angebot an Solarstrom wächst und fällt. Übliche Solaranlagen werden bislang meist ohne Stromspeicher (Solar-Akku) errichtet. Sofern sie doch mit einem Speicher ausgerüstet sind, steht dessen Größe (kWh – Kilowattstunden) meist in einem bestimmten Verhältnis zur installierten Solar-Leistung (kWp – Kilowatt peak). Hier gibt es bestimmte Erfahrungswerte zur Optimierung des Eigenverbrauchs, letztlich stellt die Speichergröße unter den derzeitigen Bedingungen von Speicherpreisen, Strompreisen, Subventionen und Förderungen sowie dem eigenen Strombedarf und Verbrauchsverhalten ein gewisses betriebswirtschaftliches Minimum bis Optimum dar.

Folge des weitgehend gleichartigen Verhältnisses zwischen Solarleistungen und Speichergrößen ist, dass alle diese Speicher an einem sonnigen Tag über die ganze Republik verteilt im Großen und Ganzen zu einer ähnlichen Zeit ihren maximalen Füllstand erreichen. Dies ist zumeist am (späten) Vormittag der Fall. Ab dann speisen diese Anlagen ihren Strom alle voll ins Netz ein (abzüglich des geringen Eigenverbrauchs), unabhängig davon, ob es im Netz für diesen Strom Abnehmer mit Bedarf gibt. Gerade im Sommer führt das regelmäßig zu einem drastischen Überangebot an Strom im Netz. Konventionelle grundlastfähige Kraftwerke werden dann abgeschaltet, was deren Betrieb unwirtschaftlich macht und den Strompreis letztlich sogar verteuert, da die Betreiber die Verluste auf den Strompreis aufschlagen, wenn sie Strom produzieren. An sehr sonnigen und/oder windreichen Tagen reicht selbst diese Maßnahme nicht aus, das Überangebot auszugleichen, dann müssen Solar- und Windstromanlagen abgeregelt werden. Die Strompreise werden ggf. sogar negativ, d.h. große Verbraucher werden dafür bezahlt, den Strom zu verbrauchen. Auch dieses Geld muss irgendwo erwirtschaftet werden, mit der Folge, dass diese Kosten ebenfalls auf den Strompreis aufgeschlagen werden für alle, die Strom beziehen.

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