Aktueller Stand

Aktuell arbeitet die Steuerung seit einigen Wochen ohne nennenswerte Korrekturen. Tatsächlich hat sich die (Un-)Genauigkeit der Vorhersagedaten der Bewölkung als momentan einziger ernstzunehmender Anlass für durch das System selbst erfolgende Steuerungskorrekturen herausgestellt. Die noch laufende Datensammlung und -analyse zeigt, dass die Vorhersage des Solar-Ertrages äußerst präzise gelingt, sofern die faktische Bewölkungssituation hinreichend genau genug der vorhergesagten entspricht. In diesen Fällen liegt die Abweichung zwischen Prognose und Ertrag regelmäßig bei weniger als +/- 7%. Da Speicher und Planungsreserve groß genug sind, wird in den allermeisten Fällen ein Speicherüberlauf verhindert. Tritt er doch mal auf, dann zum Ende des Sonnentages und damit außerhalb der Zeiten kritischer Strompreise, so dass die Strategie „Netzdienlichkeit“ nicht verletzt wird.

Die Verbrauchsprognose ist hingegen sehr exakt, sporadische Abweichungen sind meist im Bereich +/-10kWh und damit aufgrund der Speichergröße und eingeplanter Reserven in beiden Richtungen aber ohnehin kein Problem. Zwar geht die Solar-Prognose wegen des Direktverbrauchs mit in die Berechnungen ein, wird aber sehr konservativ berücksichtigt, so dass Fehlprognosen beim Ertrag sich nicht bedeutsam auswirkten und die Strategie „Reserve“ nicht verletzen.

Auch mit der Frage des elektrischen Systemwirkungsgrades beschäftige ich mich ausführlich. Da in allen relevanten Strompfaden Messgeräte installiert sind, welche die übertragenen Energiemengen erfassen, ist die Aufstellung einer Bilanz zur Beurteilung der Wandlungs- und Speicherverluste leicht möglich. Hierzu protokolliere ich seit einigen Monaten die Zählerstände. Auf der Eingangsseite stehen Netzbezug, Solarwechselrichter und Solarlader, auf der Ausgangsseite Netzeinspeisung und Eigenverbrauch, also die eigentliche Nutzlast im Gebäude. Ein- und Ausgangsseite werden zueinander ins Verhältnis gesetzt, es ergibt sich ein erfreulicher Wert von 86% für den elektrischen Systemwirkungsgrad!

Zur Ehrlichkeit gehört es dazu zu erwähnen, dass bei dem umgesetzten Konzept des netzdienlichen Zwischenspeicherns und verzögerten Einspeisens der Ertrag bezogen auf die eingespeiste Energiemenge natürlich etwas geringer ausfällt als bei der sonst üblichen (nicht netzdienlichen!) reinen Überschusseinspeisung. Auch die an den heißesten Tagen erforderliche Kühlung des Technikraumes durch die Klima-Anlage des Gebäudes reduziert die einspeisbare Energiemenge – Netzdienlichkeit gibt es eben nicht zum Nulltarif! Hier kann ich allerdings die Werte nur abschätzen, indem ich die Jahreswerte der Solar- und Einspeise-Energiemengen miteinander vergleiche. Anhand der diesjährigen Daten (es ist das erste Jahr mit dem angestrebten Konzept) gehe ich von einer gegenüber vorher um 10-15% geringeren eingespeisten Energiemenge aus. Auch wenn das recht viel klingt: monetär mehr als kompensiert wird dies durch die im Sommer im Schnitt drei- bis viermal so hohe erzielbare Einspeisevergütung aufgrund der Selbstvermarktung zum Börsenstrompreis.

Bislang liegen die Daten nur für die zurückliegenden Sommermonate vor, in denen auf der Eingangsseite Solarwechselrichter und Solarlader und auf der Ausgangsseite die Netzeinspeisung dominieren. Im Winterhalbjahr verschiebt sich die Dominanz hin zum Netzbezug bzw. zur Nutzlast, die Ergebnisse der Messungen werde ich hier zu gegebener Zeit veröffentlichen. Sie sind deswegen so interessant, weil sie eine Evaluierung des Konzeptes erlauben, den gesamten Tagesbedarf nachts im Speicher zu bunkern und die restliche Zeit nur aus dem Speicher zu beziehen.