Regelung und Ablaufkontrolle

Sobald alle Parameter und der Modus festgelegt sind, wird die Regelung aktiv, die das Verhalten des Systems gemäß den Vorgaben steuert und überwacht:

  • wenn Laden: Festlegung des spätesten Beginns
    Die Überlagerung von variablem Netzentgelt und Stufentarif im dynamischen Strombezug ergibt ein Zeitfenster zwischen 23 und 6 Uhr mit den im Tagesgang insgesamt niedrigsten Preisen. Abhängig vom momentanen Speicherstand wird der Start des Ladevorgangs so berechnet, dass innerhalb des Zeitfensters die Preisintervalle beginnend beim niedrigsten aufsteigend genutzt werden.
  • Berechnung erforderliche Ladeleistung
    Anhand der noch zur Verfügung stehenden Zeit wird die anzufordernde Ladeleistung fortlaufend so aktualisiert, dass das Ladeziel genau erreicht wird.
  • wenn Einspeisen: Festlegung der profitabelsten 15-Minuten-Slots
    Die Slots der Börsenpreise werden nach Preis absteigend sortiert, den im Einspeisezeitfenster noch verbleibenden Slots wird nach aktuellem Ladestand die maximale Entladeleistung zugeordnet, bis das Entladeziel erreicht wird. Auf diese Weise wird die Entladung auf die Slots der höchsten Börsenpreise gebündelt, sofern nicht sowieso das gesamte Zeitfenster benötigt wird.
  • Berechnung beste Entladeleistung
    Entladeziele sind minimaler bzw. maximaler Ladestand, abends der höhere der beiden Werte, morgens immer der maximale Ladestand. Dies stellt sicher, dass automatisch zu Sonnenaufgang der für beide Strategien („Reserve“ bzw. „Netzdienlichkeit“) jeweils richtige Wert vorliegt, unabhängig davon, ob das Wettergeschehen kontinuierlich oder stark wechselnd ist. Da die Festlegung des Modus um 23 Uhr, also im Wesentlichen zum oder nach Ende des abendlichen Einspeisefensters erfolgt, ist zu diesem Zeitpunkt ein Strategiewechsel aufgrund eines Wetterumschlages noch möglich: entweder wird im morgendlichen Zeitfenster weiter entladen (wenn noch Kapazität im Speicher frei gemacht werden muss – „Netzdienlichkeit“), oder es erfolgt keine weitere Einspeisung, dann ist genug im Speicher für einen sonnenarmen Tag („Reserve“).
  • Übernahme der phasengenauen Regelung der Wechselrichter
    Wird durch die Berechnungen eine Lade- oder Entladeleistung angefordert, dann wird die Ansteuerung der Wechselrichter in der Betriebsart „externe Steuerung“ übernommen, ansonsten wird die Ansteuerung an die VICTRON-eigene Regelung („optimiert ohne BatteryLife“) zurückgegeben. Unter Berücksichtigung von momentaner Erzeugung und Verbrauch wird im Fall der Übernahme der Ansteuerung der GridSetPoint (Sollwert der Einspeise- oder Bezugsleistung am Netzübergabepunkt der Anlage) inklusive vollem Phasenausgleich für jede Phase so berechnet, dass exakt die angeforderte Lade- oder Entladeleistung am Speicher vorliegt. Dies ist nötig, um den zeitlichen Verlauf exakt der Berechnung gemäß steuern zu können.

Die meiste Zeit des Tages unterliegt das System somit der VICTRON-eigenen Regelung, die am Netzübergabepunkt auf den Zielwert 0W ausregelt. Die Eingriffe meiner Steuerung beschränken sich auf das Laden aus dem Netz und das Einspeisen aus dem Akku zur Verwirklichung der gesetzten Zielstellungen.

Die Ansteuerung des Ladeboosters, der sowohl beim Speichern von Solarüberschuss wie auch beim Laden aus dem Netz aktiv wird, hängt sich passiv an die Ladestromregelung der VICTRON-Wechselrichter. Den Regelkreis des Boosters habe ich als konservativ arbeitenden Stromfolger ausgelegt, so dass die Regie über den Ladestrom und die Überwachung der Akku-Sicherheit bei den VICTRON-Komponenten bleibt.

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