Thesen zur Systemauslegung
Aus meiner Sicht ergeben sich folgende Thesen für die Auslegung eines Gesamtsystems von Solar- und Windstrom:
- Ausbau der Erzeugerkapazitäten so, dass in der ertragsarmen Jahreszeit im Schnitt ein relevanter Beitrag zur Grundlast möglich ist
- quantitativer Maßstab für Punkt eins ist, dass die Überschüsse der ertragsreichen Jahreszeit im Langzeitspeicher gespeichert zur Deckung des größten Teils des Bedarfs der ertragsarmen Jahreszeit ausreichen, wobei wirkungsgradbedingte Wandlungsverluste zu berücksichtigen sind
- Dimensionierung der Kurzzeitspeicher (jeweils pro Erzeugeranlage) so, dass mindestens der gesamte maximale Tagesertrag abzüglich des direkten Eigenverbrauchs gespeichert werden kann
Alleine der letzte Punkt erlaubt bereits eine vollständige aktive Netzdienlichkeit und ist zudem am leichtesten als erster Schritt zu realisieren. Gleichzeitig würde er die Erträge ad hoc erheblich steigern und Abregelungen und teuren Redispatch sowie die Volatilität insgesamt reduzieren. Die in nicht ausreichender Zahl vorhandenen Netzanschlusspunkte könnten viel besser genutzt werden, da sie für eine Erzeugeranlage mit Speicher nur noch für ungefähr die Durchschnittsleistung und nicht mehr für die Maximalleistung ausgelegt sein müssten. Der Schaffung von Ausbaukapazitäten wären damit ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Konventionelle (Spitzenlast-)Kraftwerke könnten kontinuierlicher und damit effizienter eingesetzt werden, auch deren planerische Auslegung würde sich – wie auch der daran anzupassende Netzausbau – wieder am Bedarfsdurchschnitt statt an der Bedarfsspitze orientieren, was Anzahl und Kosten dieser Systeme senken würde.
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