Empfindliches Gleichgewicht
Im Stromnetz müssen zu jedem beliebigen Zeitpunkt und an jedem Ort (!) Erzeugung (Angebot) und Verbrauch (Nachfrage) exakt im Gleichgewicht sein. Beide Parameter (Zeit und Ort) erfordern, dass das Stromnetz stets ausreichende Übertragung von Erzeugern zu Verbrauchern ermöglicht. Zeitliche und örtliche Differenzen müssen ggf. durch Aktivierung zusätzlicher Kraftwerke oder Abregelung überschüssiger Erzeuger ausgeglichen werden. Aufgrund der teilweise großen Entfernungen zwischen Solar- und Windstrom-Anlagen (Norddeutschland) und großen industriellen Verbrauchern (Süddeutschland) kommt es im Netz zu Engpässen bei der Übertragung, zumindest solange die Stromtrassen noch nicht genug ausgebaut sind. Dies führt u.a. zu der paradoxen Situation, dass Wind- und Solaranlagen im Norden abgeregelt werden müssen, während gleichzeitig im Süden teure Spitzenlast-Gaskraftwerke zugeschaltet werden, um den lokal hohen Bedarf zu decken. Das macht das Netz anfällig und den Strom gleichzeitig teuer und den Betrieb der Solar- und Windstrom-Anlagen unwirtschaftlich.